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Zwei Trauerfeiern an einem Wochenende

Autor: RebekkaGaese | Datum: 14 März 2018, 13:52 | 0 Kommentare

Bonjour und Hallo,
Mein letztes Wochenende (2.-4. März) war relativ spektakulär, weshalb ich euch gerne davon berichten möchte.
Ich war Samstag auf einer Beerdigung eines sehr reichen Mannes in Mbouo, weil seine Schwiegertochter am CPF arbeitet und uns dazu eingeladen hat. Zu einer Beerdigung gehen normalerweise alle, die mündlich dazu erstmal eingeladen wurden, oder mal vorbeikommen wollen. Bei diesem Mann ist es dennoch ein bisschen anders gewesen. Je mehr Geld desto imposanter kann die Beerdigung ausfallen. Auf seinem Anwesen wurden zu seiner Beisetzung drei menschengroße Bildschirme aufgestellt, sodass auch wenn man hinter den Festzelten saß, man die ganze Zeremonie verfolgen konnte. Die Zeremonie an sich war lang, aber interessant, weil ich hier noch nie auf einer Beerdigung war, sondern nur auf Gedenkfeiern. Anders als ich das aus Deutschland kenne, spricht auch die Familie vor den Anwesenden über den Verstorbenen. Die Geschwister, die Enkel, die Schwiegerkinder und die Kinder des verstorbenen kommen in Gruppen nach vorne und sprechen darüber, weshalb er ihnen so fehlt, was er in seinem Leben geleistet hat und was sie an ihm schätzten. Mehrere Pastoren hielten bei dieser Beerdigung eine Predigt: der Priester der katholischen Kirche, der Pastor der örtlichen evangelischen und ein Pastor der Kirche in Douala, den ich bei der Hochzeit von Florentine und Makarios gesehen hatte. Alle Reden waren auf Französisch und wurden ins Englische übersetzt. Eine der Predigten wurde sogar in Ghomala übersetzt, so wie ich das aus den Gottesdiensten in der EEC in Mbouo kenne. Nach der langen Zeremonie wurde der Sarg von den Trägern Richtung Grab getragen und nur Familie und engste Freunde folgten ihm, während wir zu unserem Tisch geführt wurden um zu essen. Für dieses imposante Mahl wurden mehrere Restaurants engagiert um die Gäste zu bekochen und es gab insgesamt sechs Buffets auf dem ganzen Gelände verteilt. Wir wurden von der Küche des CPFs bekocht und wie immer hat es sehr lecker geschmeckt.

Am Sonntag fuhren Ruben und ich zu der Gedenkfeier an die Mutter des Königs von Bafoussam. Es wurde ein großes traditionelles Fest für sie gefeiert und wir waren mittendrin. Die Frauen hatten ihre traditionellen Kleider an und die Männer trugen andere traditionelle Gewänder. Ruben und ich waren uns einig, ein Außenstehender würde sagen: „ja so habe ich mir Afrika vorgestellt, die tanzen, trommeln und singen immer." Zu Festen ja, aber ansonsten sieht man das sehr selten. Nachdem wir bei dieser Feier tolle Fotos machen konnten, besichtigten wir mit einem Notabeln (Königs Berater) das Palastgelände. Leider konnten wir nicht sonderlich viel sehen. Dafür wurde uns erklärt, dass im Gebiet der Bamilikés jede größere Stadt mit „Ba" anfängt: Bafoussam, Baham, Bandjoun usw.
Das „Ba" steht hier bei für „peuple de" was „Volk von" bedeutet. Als wir uns draußen kurz hinsetzten kam ein anderer Notabel vorbei, hielt an als er mich sah und sagte zu Ruben, dass der König Interesse an einer weißen Frau habe und er mich am Palast lassen solle. Hallo?! Geht's noch? König hin oder her aber erstens kann ich für mich selbst sprechen und zweitens auch selbst entscheiden wen ich heiraten will.
Meinen Nachmittag habe ich danach aber noch sehr genossen. Mal nichts tun ist wirklich schön, denn meine Wochenende sind immer wieder ein bisschen voll mit spontanen Events zu denen wir eingeladen sind. Das ist natürlich keine Beschwerde, denn zu solchen Sachen mitgenommen zu werden ist wirklich gut, um die Kultur immer weiter kennenzulernen.
Am 16. Und 17. März bin ich auf eine Hochzeit eingeladen. Mal sehen ob ich darüber das nächste Mal schreibe.
Grüße aus Mbouo und lasst gerne einen Kommentar da,

Rebekka

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