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Meine erste Woche (Dienstag- Donnerstag)

Autor: RebekkaGaese | Datum: 03 September 2017, 18:21 | 2 Kommentare

Dienstag, 29. August 2017

Ein weiteres Mal wurde ich vom Hahn geweckt. Der Schlingel stellt sich immer direkt vor meine Tür und kräht aus voller Kehle. Ruben und Fritz bekommen da gar nicht so viel von mit, wie ich. Mir sind schon mehrere Gedanken dazu gekommen, wie ich verhindern könnte, dass der sich immer den Premiumplatz sichern kann: „Helfen wohl Vogelscheuchen auch gegen Hühner?", beispielsweise.
Oder: „Kann ich wohl durchs Fenster an einer Schnur zwei Pfannen aneinanderbinden, sodass er sich erschreckt, wenn ich von drinnen aus daran ziehe? Dann müsste ich nicht aufstehen um ihn zu verscheuchen!". Der allerletzte Ausweg wäre, mich tatsächlich an sein Krähen langsam aber stetig zu gewöhnen. Alle die, die denken der könne auch im Suppentopf landen, können sich mit Fritz und Ruben zusammentun, die wohl oder übel momentan viel vegetarisch essen.
Diane holte und nach dem Frühstück ab um mit uns in BAFOUSSAM auf den Markt zugehen.
Dafür muss man sich erst einmal ein Taxi besorgen, welches einen in die Stadt fährt. Das ist aber nicht so schwierig, wie in DE, denn an der Straße von MBOUO nach BAFOUSSAM fahren ständig Taxen. Wenn sie noch Leute mitnehmen wollen, hupen sie drauflos, sodass man selbst nicht viel mehr machen muss, als ihm die Richtung in die man will zuzurufen. Manchmal kommt es vor, dass man zu zweit auf dem Beifahrersitz oder zu viert auf der Rückbank sitzt. So spart sich der Taxifahrer mehrere Wege und bekommt von mehr Fahrgästen Fahrtgeld.
Da fiel mir auch auf, dass der Verkehr hier generell nicht so strikt gehalten ist. Die Fahrbahnen sind breit, sodass drei Autos nebeneinander in die gleiche Richtung fahren können. Dadurch wird sich viel überholt, was weiteres Hupen zur Folge hat.


In BAFOUSSAM angekommen, musste Diane noch schnell etwas für das CPF in einem Amt abgeben. Direkt gegenüber vom Amt hatten wir, da dies etwas höher gelegen war, als der Rest der Stadt, einen tollen ersten Ausblick über die drittgrößte Stadt Kameruns.
Ein kleiner ruhiger Moment, gefolgt von dem lauten und ein wenig hektischen Markt mitten in der Stadt. Ich war überwältigt von all den Eindrücken, Gerüchen und Menschen die dort aufeinander kamen. Fritz, Ruben und ich hielten uns immer in der Nähe von Diane auf, denn ansonsten hätten wir uns garantiert nicht wiedergefunden. Es war spannend zu sehen, wie Diane um die Sachen feilschte, die wir vom Markt benötigten. Allein schon wegen dem noch mangelndem Französisch war ich sehr froh sie dabeizuhaben, genauso darum, dass Ruben mir und Fritz die wichtigsten Sachen übersetzte.
Auf dem Markt bekommt man so ziemlich alles was man braucht: Schuhe, Kleidung, Obst, Gemüse, Fleisch (von dem Teil des Marktes war ich allerdings nicht so angetan) und Hygieneartikel. Selbst ein bisschen Nougatcreme für das morgentliche Frühstück konnten wir hier erhaschen.
Ein weiterer für mich und Fritz sehr wichtiger Teil unseres Trips nach BAFOUSSAM war die kamerunische SIM-Karte von „Orange", die wir noch benötigten.
Nachdem das erledigt war ging es heimwärts, um mit Diane Kochbananen mit Erdnusssoße zu kochen, wovon ich im letzten Blogeintrag schon berichtete. Es war sehr lecker!

Am Nachmittag wurde ich von Benjamin Talla abgeholt, um mir einmal die „EEC Ecole maternelle et primaire" anzusehen. Es hatte grade geregnet und somit war der lehmige Boden sehr glatt und nicht so für meine mit Holz besohlten Ballarina geeignet. Drei beinahe Stürze und eine Rutschpartie später stand ich sicher und noch nicht eingesudelt auf dem Gelände. Zu meiner Rechten der Kindergarten (Ecole maternelle) und zu meiner Linken die Grundschule (Ecole primaire). Da man dort nachmittags niemanden mehr antrifft, besuchten wir daraufhin Madame Marie und Madame Berndit jeweils bei ihnen zuhause. Auf dem Weg von Madame Marie (Lehrerin im Ecole maternelle) zu Madame Berndit (Direktorin des Ecole maternelle), lernte ich noch Monsieur Eve (ebenfalls Lehrer an der EEC Ecole m. et p.) kennen (viele Namen ich weiß, die Beschreibung lasse ich fortan also mal weg, dann lässt es sich einfacher lesen). Ich fühlte mich sehr geehrt als Monsieur Talla mich am Ende unseres kleinen Ausflugs dazu einlud, an einer Konferenz aller Direktoren der EEC Schule am Mittwoch teilzuhaben.

Abends passierte nicht mehr allzu viel. Ruben, Fritz und ich aßen noch den Rest der Kochbananen vom Mittag und spielten noch ein bisschen Karten.
(Wenn jeder Tagesbericht so lang wird wie dieser, dann lohnt es sich die Lesebrille auf zusetzten!)

Mittwoch 30. August 2017

Ich musste doch recht früh raus, um „pünktlich" zu Madame Berndit zukommen, die mich zur Konferenz mitnehmen sollte. Frei nach dem Motto: „Fünf Minuten vor der Zeit, ist die deutsche Pünktlichkeit" machte ich mich mit reichlich Zeit auf den Weg zu ihr. Was ich nicht mit einberechnet hatte war, dass ich jemand bin, der erstens lange Beine und zweitens eine angeborene Hast hatte, weshalb ich zwanzig Minuten zu früh bei Madame Berndit an der Ecke stand. Deutsche Pünktlichkeit hin oder her, aber das war dann doch ein bisschen übertrieben. Ich machte mir meine extra Minuten zu Nutze, indem ich mir die örtliche Kirche von außen ansah. Die Architektur war nicht grundverschieden zu Gebäuden in Deutschland, jedoch hatte sie nicht denselben Charakter, wie unsere Dorfkirche in Steinhagen. Der Kirchturm beispielsweise, ist nicht Teil des restlichen Gebäudes, sondern steht separat neben der Kirche. Nach meinem Rundgang um die Kirche machte ich mich wieder auf den Weg runter zu Madame Berndit.
Nachdem ich bei ihr noch ein bisschen verweilte, stiegen wir in ein Taxi und fuhren quer durch BAFOUSSAM. Noch ein bisschen Fußweg und wir waren bei der „EEC Haute Plateau".

Dort saß ich dann sechs Stunden in einem Klassenzimmer, wo die Konferenz abgehalten wurde. Frierend, weil das Wetter sich abgekühlt hatte und der Wind durch die offenen Fenster und die Tür des Raums zog. Die Fenster wurden bald darauf geschlossen. Leider verstand ich nicht viel, weshalb ich die meiste Zeit Vokabeln bei LEO nachgeschaut und aufgeschrieben habe. Berndit schaute mir ab und zu über die Schulter und konjugierte mit mir ein paar Verben wie „avoir", „aller" oder „etre".
Nach der Konferenz wurde Essen angeboten und ich unterhielt mich mit einigen der Anwesenden darüber, weshalb ich ein Auslandsjahr mache und wie es mir momentan erging.
Eine Direktorin gab mir noch die Handynummer ihrer Tochter, da diese in meinem Alter ist, damit wir uns mal kennenlernen können.

Nach der Konferenz lief ich noch ein wenig mit Berndit über den Markt, da sie noch ein paar Erledigungen machen musste. Danach fuhren wir wieder nach MBOUO wo ich mich platt vom Tag in mein Bett kuschelte. Abends kochten meine WG-Kammeraden und ich eine Reispfanne und spielten „Au Backe" (hier einen Dank an Mutti, dass sie mir das eingepackt hat d). Ich blieb noch bis 23 Uhr wach um meiner Schwester alles Gute zu ihrem 25. Geburtstag zu wünschen! Echt praktisch, dass wir eine Stunde Zeitverschiebung haben. So musste ich nicht bis Mitternacht aufbleiben, um die Erste zu sein die ihr an diesem Tag gratulierte.

Donnerstag 31. August

Es störte mich dieses Mal nicht allzu sehr, dass Friedhelm (der Name des Hahns; fällt euch noch ein besserer ein dann bitte in die Kommentare) mich weckte, denn ich musste sowieso etwas früher raus. Morgens ist in der Woche nämlich auf dem CPF-Gelände immer eine Morgenandacht zu der wir heute wollten.
Nach der Andacht wollten Fritz und Ruben „schaffen" gehen, wie Ruben sagen würde und ich nahm mir vor meinen ersten Blogeintrag zu verfassen. Grade angemeldet kam ein abgehetzter Fritz bei mir rein und gab mir Bescheid, dass wir mit Daniel, dem Direktor des CPF, nun eine beglaubigte Passkopie machen müssen. Bedeutet, wir fahren nach BANDJOUN. Es wurden noch drei Hähne als Geschenk an die Minister im Kofferraum mittransportiert und dann ging es los.

Die Gebäude der Ämter hatten einen deutschen Touch. Daniel erklärte, dass diese noch aus der Kolonialzeit der Deutschen stammen. Wir lernten einen der höchsten Minister kennen und unterhielten uns mit ihm ein wenig über unsere Heimat, die Kolonialzeit der Deutschen in Kamerun und den andauernden Rassismus in Deutschland. Seine Ansicht der Kolonialzeit war besonders spannend und spiegelt, so Ruben, die Einstellung der meisten Kameruner wider. Er meinte die Deutschen hätten die tolle Architektur nach Kamerun gebracht, wir Deutschen hätten an sich eine viel bessere Arbeitsmoral, welche sich übertragen habe und hätten im generellen Kamerun zu dem verholfen was es heute sei. Nicht so aber die Franzosen und Briten, die diese Kultur erschüttert hätten. Ohne dem zuzustimmen oder zu wiedersprechen, wechselten Fritz und ich darauf das Thema, da wir uns Deutsche ganz und gar nicht als Helden des 19. und 20. Jahrhunderts ansahen und dem Thema wissenstechnisch nicht gewachsen waren.

Nach dem Besuch beim Minister und der einen oder andern Vorstellungsrunde, wurden die Hähne bei deren zukünftigen Besitzern abgeliefert und ich konnte mich zuhause wieder an den Blog setzen.
Viel mehr gibt es von diesem Tag nicht zu berichten.
Die nächsten Tage schildere ich in ein paar Tagen.
Ganz liebe Grüße an alle Leser von mir aus unserem Wohnzimmer!
Bis bald.

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Kommentare

  1. 1. Tanja  |  03 September 2017, 20:07

    Hallo Rebekka,

    wie wäre es mit Caruso? So heißt der nervige Hahn bei Pettersson und Findus

    LG aus Paderborn....bei uns sind heute die ersten Blätter von den Bäumen geweht....

    Tanja

  2. 2. Heinz Lemke  |  08 September 2017, 21:10

    Hallo Rebekka,
    hab vielen Dank für Deinen Blog mit den schönen "Tagesgeschichten" so kann ich als Opa von Fritz doch nachvollziehen wie es ihm so geht und was ihr die ersten Tage alles erlebt habt.
    Bestell bitte Fritz einen ganz lieben Gruß und bleibt behütet.
    Es grüßen aus dem fernen Brandenburg - Heinz und Annette

 

 

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